SPD befürwortet neues Opernhaus in Düsseldorf mit Bedingungen: Kein Prestigeobjekt für wenige, sondern mehr öffentliche Investitionen für alle

Die SPD Düsseldorf spricht sich für einen Neubau der Oper in der Landeshauptstadt aus, fordert allerdings mehr Augenmaß ein. Statt auf abgehobene Prestige-Architektur zu setzen, müssten Funktionalität und Kosteneffizienz im Fokus stehen. Die Oper sei nicht das eine, herausragende Zukunftsprojekt für Düsseldorf, dem alles andere unterzuordnen ist. Genauso wichtig sei die Finanzierung einer vielfältigen Kulturlandschaft und eine ehrgeizige öffentliche Daseinsvorsorge, die der Mehrheit der Düsseldorfer*innen zugutekommt. Dies geht aus einem Positionspapier hervor, das die Sozialdemokrat*innen jetzt veröffentlich haben.
 
In dem Papier „Für eine Düsseldorfer-Oper, die zu uns passt“ formuliert die SPD eine Position des „Ja, aber auch“. Die u.a. von Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller propagierte Vorstellung von einer „Oper für alle“ wird als Ettikettenschwindel enttarnt. Stattdessen wird für den Opernneubau ein gerechter Interessensausgleich innerhalb der Kulturszene und innerhalb der Stadtgesellschaft eingefordert.
 
In dem ausführlichen Papier sind vor allem die folgenden Aspekte hervorzuheben, die das sozialdemokratische Ziel eines kulturpolitisch gewinnbringenden und sozial verträglichen Opernneubaus verdeutlichen:
  •  Vergleichbarer Einsatz an Zeit, Geld, Personal für ein ambitioniertes Wohnungsbauprogramm, das breiten Schichten der Düsseldorfer Bevölkerung zugute kommt. 
  • Kultur- und Bürger*innenhäuser in allen Stadtbezirken, um Kulturschaffenden mehr Raum in den Nachbarschaften zu geben.
  • Die Erwartung an die Opernleitung ein Konzept zur programmatischen Entwicklung der Oper vorzulegen: Was soll im neuen Haus stattfinden? Wie soll breiteres, jüngeres Publikum erreicht werden?
  • Mehr Mittel für kulturelle Bildung und Teilhabe an allen Kultursparten, insbesondere für Kinder und Jugendliche. 
  • Ein „Pakt für kulturelle Vielfalt“, der mehr Geld für die freie Szene in Höhe von mind. 10% der Opernkosten vorsieht. 
  • Größtmögliche Kostentransparenz und -reduktion bei Investment und Betrieb. 
  • Bedarfsgerechtigkeit als zentraler Maßstab der Bauplanung, nicht: architektonische Extravaganz. 
  • Keine Zusammenarbeit mit privaten Investor*innen, die einseitig zulasten der Steuerzahler*innen geht. Finanzierungsbeiträge durch Gewerbeflächen auf dem Operngrundstück sollen möglichst durch die Stadt selbst realisiert werden. 
  • Verzicht auf einen teuren Interimsstandort in der Bauphase als Beitrag der Düsseldorfer Opern-Fans zur Finanzierbarkeit.
 
Die Positionen sind das Ergebnis eines mehrmonatigen Beteiligungsprozesses innerhalb der SPD Düsseldorf. In Facharbeitskreisen und Online-Foren wurde die Parteibasis ebenso gehört wie interne und externe Expert*innen für Kultur, Planung und Finanzierung.