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  • Brüssel, 23. Mai 2011

Haben Plastiktüten ausgedient? - EU-Kommission konsultiert die Öffentlichkeit

© John Nyberg / sxc.hu

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Die Europäische Kommission konsultiert die Öffentlichkeit zu der Frage, wie sich der Gebrauch von Tragetaschen aus Kunststoff am besten verringern lässt. Sie will wissen, wie sinnvoll es wäre, Plastiktüten mit einem Preis oder einer Steuer zu belegen, oder ob andere Lösungen, wie ein EU-weites Verbot von Plastiktragetaschen, eher Erfolg hätten.

Die SPD-Europaabgeordnete Petra KAMMEREVERT sagt hierzu: "Ich hoffe, dass die europäischen Bürger bereit sind, auf umweltschädigende Plastiktüten zu verzichten und verstärkt auf biologisch abbaubare Tragetaschen zurückgreifen." Anlässlich der von der Kommission initiierten Onlinebefragung ruft die Abgeordnete die europäischen Verbraucher dazu auf, sich diesbezüglich kreativ und konstruktiv in die Entscheidungsfindung einzubringen.

Sehen will die Kommission vor allem anhand der Umfrage, wie groß beispielsweise die Bereitschaft gegenüber kostenintensiveren oder umweltschonenderen Varianten ist. Diesbezüglich bezieht Petra Kammerevert ganz klar Stellung und fordert: "Eine neu ausgearbeitete EU-Verpackungsrichtlinie, die den biologischen Abbau der Tragetaschen ermöglicht und somit verstärkt den umweltschützenden Maßnahmen entspricht." Statistiken zur Folge haben heutzutage die sogenannten Einweg-Plastiktüten überhand genommen. Der durchschnittliche EU-Bürger verbraucht pro Jahr rund 500 Plastiktragetaschen, wovon die meisten nur einmal benutzt werden. 2008 wurden allein in Europa insgesamt 3,4 Millionen Tonnen Plastiktragetaschen hergestellt, das entspricht dem Gewicht von über zwei Millionen Pkw. Weil Plastiktüten so leicht und klein sind, werden sie oft nicht von der Abfallwirtschaft erfasst und enden in der Meeresumwelt, wo es Jahrhunderte dauern kann, bis sie schließlich zersetzt sind.

"Dieser Entwicklung müssen wir entschlossen entgegensteuern. Zwar liegt Deutschland mit einem Bedarfswert von 65 Tüten pro Kopf deutlich unter dem Europaspiegel, jedoch werde ich mich gezielt dafür einsetzen, dass diese Problematik den Bürgerinnen und Bürgern präsenter wird und wir somit gemeinsam ein neues und umweltfreundlicheres Bewusstsein schaffen für eine gesunde Umwelt und damit auch für mehr Lebensqualität," so Petra KAMMEREVERT abschließend.

Link zur Konsultationsseite der Kommission:
http://ec.europa.eu/yourvoice/index_de.htm