Pressemitteilung:

  • 24. Januar 2011

Aufsichtsräte städtischer Töchter: Bürgermeisterin Hock fordert Frauenquote

In der heutigen Hauptausschusssitzung wird die SPD-Ratsfraktion einen Antrag zur Überarbeitung des in der Ratssitzung vom vergangenen Dezember verabschiedeten Public Corporate Governance Kodex für die Beteiligungen der Landeshauptstadt Düsseldorf einbringen. Im Rat hatten sich alle Fraktionen einvernehmlich dafür ausgesprochen, die Diskussion über mögliche Nachbesserungen im Hauptausschuss zu führen.

Bürgermeisterin Gudrun Hock, beteiligungspolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, kritisiert, dass sich im Kodex kein Wort über eine Quotierung weiblicher Aufsichtsratsmitglieder findet: „In der Wirtschaft wird diese Diskussion schon seit Jahren geführt ist auch gerade auf bundespolitischer Ebene wieder hochaktuell. Frauen sind in Führungspositionen – unabhängig von ihrer Qualifikation – unterrepräsentiert. In Nordeuropa hat man mit der Einführung von Frauenquoten in Aufsichtsräten gute Erfahrungen gemacht.“

Die Bürgermeisterin nennt gute Argumente für die erhöhte Präsenz von Frauen in Führungspositionen: „Gut ausgebildete und hoch qualifizierte Frauen sind gerade in Zeiten des Fachkräftemangels für Wirtschaft und Gesellschaft unverzichtbar.“
Es bestehe außerdem nachweislich ein positiver Zusammenhang zwischen Geschlechtervielfalt in Top-Management- und Aufsichtsratspositionen und dem wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen.

„Eine umfassende finnische Studie unter Beteiligung von fast 13.000 Kapitalgesellschaften hat ergeben, dass Unternehmen mit einer Frau als Vorstandsvorsitzende/Geschäftsführerin in der Praxis um 10% rentabler waren als vergleichbare Unternehmen mit einem Mann in der gleichen Position. Ein ähnlicher Effekt wurde bei Unternehmen mit einem ausgewogenen Geschlechterverhältnis in der Geschäftsleitung im Vergleich zu Unternehmen mit rein männlicher Geschäftsleitung festgestellt.“ Bei den städtischen Beteiligungen sollte die Landeshauptstadt eine Vorreiterrolle einnehmen.