Pressemitteilung:

  • Straßburg, 19. Januar 2011

"Wir brauchen eine solide europäische Sportpolitik"


© Juan Vargas / sxc.hu
EU-Kommission veröffentlicht Strategie zur zukünftigen EU-Sportpolitik

Der Sport soll stärker im Fokus der EU-Politik stehen. Eine entsprechende Mitteilung, wie das in Zukunft geschehen soll, stellte die für Sport zuständige EU-Kommissarin Andrea Vassiliou am Dienstag in Straßburg vor. Die SPD-Europaabgeordnete Petra KAMMEREVERT, Mitglied im Ausschuss für Kultur und Sport begrüßte die Initiative: "Nachdem die Entwicklung der europäischen Sportpolitik in den vergangenen Jahren sträflich vernachlässigt wurde, stärkt die Kommission jetzt endlich die europäische Dimension des Sports. Dafür ist es auch höchste Zeit."

Petra KAMMEREVERT erklärte, dass die Förderung der sozialen Eingliederung, die Verbesserung der Gesundheit, die Freiwilligentätigkeit und der Kampf gegen Doping und Betrug zu den Prioritäten zählen, die die europäische Sportpolitik zukünftig prägen sollen. "Die vorgestellten Maßnahmen unterstreichen, dass der Sport ein wirksames Instrument zur Stärkung des Zusammenhalts in der europäischen Gesellschaft sein kann. Seine soziale Komponente ist beachtlich", so Petra KAMMEREVERT. Um von diesem Potenzial Gebrauch machen zu können, müssten aber auch ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Nur dadurch könne man den neuen Kompetenzen im Sportbereich nach dem Inkrafttreten des Vertrages von Lissabon ansatzweise gerecht werden. Mit diesem Ansinnen ist der Kulturausschuss bislang gescheitert. "Lippenbekenntnisse allein helfen nicht weiter", stellte die SPD-Politikerin klar.

"Insofern verbinde ich mit der jetzt vorgelegten Mitteilung die Hoffnung, dass nach schönen Worten jetzt auch endlich Taten folgen, die den Bedürfnissen des Breiten- und des Spitzensports gleichermaßen gerecht werden", betont die Abgeordnete Petra KAMMEREVERT.

"Darüber hinaus erwarten wir von der Kommission, dass sie auch im legislativen Bereich tätig wird. So hat das Europäische Parlament bereits im vergangenen Jahr in großer Einmütigkeit ein europäisches Lizenzierungssystem für Spielervermittler gefordert. Klarstellungen bedarf es auch bei der Zentralvermarktung von Übertragungsrechten. Hier brauchen die Verbände mehr Rechtssicherheit und die Gewissheit, nicht ständig mit dem europäischen Wettbewerbsrecht in Konflikt zu geraten", so Petra KAMMEREVERT abschließend.

Hintergrund:
Mit dem Vertrag von Lissabon, der am 01.12.2009 in Kraft getreten ist, wurde der Sport erstmals in den EU-Verträgen verankert. In den Art.6 und Art.165 des Lissabon-Vertrags wird die Bedeutung des Sports für Europa ausdrücklich gewürdigt und die Förderung des Sports als ein Ziel der Gemeinschaft hervorgehoben.