Pressemitteilung:

  • Düsseldorf, 18. November 2010

Paul-Janes-Stadion: SPD warnt vor voreiligen Zusagen

Bei der Fan-Veranstaltung am Dienstagabend hat Fortuna-Präsident Paul Jäger erklärt, dass als Ersatz für die während der letzten drei Heimspiele der Fortuna durch den Eurovision Song Contest belegte Esprit-Arena nur das Paul-Janes Stadion am Flinger Broich in Betracht kommt. Oberbürgermeister Dirk Elbers hatte sich zuvor in dieser Frage ebenfalls sehr entschieden festgelegt. Derart vollmundige Versprechen zu einem so frühen Zeitpunkt stoßen bei der SPD-Ratsfraktion - wie auch bei vielen Fortuna-Fans - auf begründete Skepsis.

„Natürlich wäre es schön und auch für uns wünschenswert, wenn man das Paul-Janes-Stadion rechtzeitig zu vertretbaren Kosten aufrüsten könnte“, sagt Bürgermeisterin Gudrun Hock, „aber ich habe Zweifel, dass das in der kurzen Zeit gelingt. Selbst wenn das der Fall sein sollte, bleiben immer noch Sicherheitsprobleme. Meines Wissens haben sowohl Polizei als auch Feuerwehr starke Bedenken, ob an diesem Austragungsort die Sicherheitsbestimmungen erfüllt werden können.“ Es ginge dabei vor allem um die An- und Abreise der Fans, aber auch um die enge Umfeldsituation am Stadion.

„Man darf nicht vergessen, dass uns hier drei äußerst publikumswirksame Spiele erwarten, bei denen man mit durchschnittlich 17.000 Besuchern rechnen kann. Wer die Straßensituation vor Ort kennt, kann die Bedenken der Sicherheitsbehörden nachvollziehen“, so die Bürgermeisterin weiter. „Hinzu kommt noch, dass es besonders bei den Begegnungen mit Alemannia Aachen und Union Berlin in der Vergangenheit schon mehrfach zu Spannungen zwischen Fortuna-Fans und den Anhängern der anderen Vereine gekommen ist. Das beengte Gelände erschwert es der Polizei erheblich eine kontrollierte und voneinander getrennte An- und Abreise der Fans zu organisieren.“

Die Bürgermeisterin mahnt an, diese Bedenken sehr ernst zu nehmen und erst nach umfangreicher Prüfung der Situation Zusagen zu machen: „Die Fans erwarten Ehrlichkeit!“

Des Weiteren liegen bisher noch keine präzisen Kostenschätzungen für den Umbau vor. Nach Schätzungen der SPD ist von Kosten im Bereich von 1,0 - 1,5 Mio. Euro auszugehen. „Das kann je nach Sicherheitsauflagen auch noch teurer werden,“ vermutet Hock. „Man sollte auf jeden Fall einen Plan B in der Tasche haben.“ So wäre es doch durchaus denkbar, den Fans in diesem Kostenrahmen einen gesicherten und bequemen Transport – in welchen Austragungsort auch immer – zu garantieren.