Pressemitteilung:

  • 29. September 2010

ThyssenKrupp Nirosta: SPD verstärkt Forderung nach einer zukunftsorientierten Industriepolitik in Düsseldorf

Oberbürgermeister muss handeln
Dem Vernehmen nach hat der Oberbürgermeister am vergangenen Montag erstmals mit den Betriebsräten der ThyssenKrupp Nirosta GmbH, deren Werk von Schließung bedroht ist, gesprochen. Er hatte sie kurzfristig eingeladen und sich über die Lage informiert und seine Unterstützung zugesagt.

„Das ist ein gutes Zeichen, wenn der OB sich jetzt selbst der Sache annimmt“, stellt Markus Raub, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion fest. „Allerdings bleibt das nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn nicht weitere Taten folgen. Vor allem muss sich die grundlegende Haltung der schwarz-gelben Mehrheit zur Bedeutung der Industriearbeitsplätze ändern.“

Die SPD-Ratsfraktion wird in der morgigen Ratssitzung einen Antrag einbringen, mit dem der Oberbürgermeister gebeten wird, sich persönlich beim Konzernvorstand und dem Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG in Essen für den Erhalt des Werkes einzusetzen.

„Es ist richtig, dass der Oberbürgermeister bei seinen verschiedenen Reisen nach Shanghai für den Standort Düsseldorf wirbt und ausländische Dienstleistungsunternehmen von der Ansiedlung überzeugt“ sagt Markus Raub, „aber mindestens ebenso wichtig ist es, sich für die hier vorhandenen Arbeitsplätze nachdrücklich einzusetzen und für ihren Erhalt zu kämpfen.“

Das mangelnde Engagement des Wirtschaftsdezernenten Kruse hatte der DGB schon im Mai öffentlich scharf kritisiert. „Es wäre schön, wenn sich der Oberbürgermeister nun persönlich der Sache annimmt und gemeinsam und mit der SPD, der IG Metalll und vor allem dem Betriebsrat und den Beschäftigten für den Erhalt des Standortes kämpft“, so Markus Raub weiter.

„Es bleibt aber das Problem der grundsätzlichen Einstellung der schwarz-gelben Mehrheit zur Zukunft der Industriebetriebe in unserer Stadt. Ich habe in den letzten Wochen viele Gespräche mit Vertretern der IG Metall und der Düsseldorfer Industrie-unternehmen geführt. Auf beiden Seiten wächst seit langem die Enttäuschung und der Unmut über das mangelnde Interesse der Stadtspitze für ihre Sorgen und Wünsche und die Zukunft der Unternehmen und der Arbeitsplätze. Wir werden deshalb noch in diesem Jahr eine breit angelegte industriepolitische Debatte im Rat beginnen.“