Pressemitteilung:

  • Düsseldorf, 10. Juni 2010
Ökologie, Lebensqualität und gemeinsame Ziele

SPD-Fraktion des Regionalrats informierte sich über das "Freiburger Modell"

Impulse für die Regionalplanung auf Klausurtagung
Günter Wurm - Fraktionsvorsitzender

Günter Wurm, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion
Derzeit arbeitet der Regionalrat der Düsseldorfer Bezirksregierung am Regionalplan, der im Einklang mit dem Landesentwicklungsplan festschreibt, wie künftig die Flächen im Regierungsbezirk genutzt werden dürfen. Im Rahmen einer Klausurtagung informierte sich jetzt die SPD-Fraktion des Regionalrats am Beispiel Freiburg über nachhaltige Konzepte zur Stadt- und Regionalentwicklung.

"Die Festschreibung von Flächennutzungen gehört zu den wichtigen politischen Steuerungsmöglichkeiten, um die Entwicklung einer Stadt oder Region zu fördern", erklärte Gunhild Sartingen, SPD-Fraktionsvorsitzende im Regionalrat, während des offiziellen Empfangs der Regionalratsmitglieder im Freiburger Rathaus.

Dort erläuterte Bürgermeister Ulrich von Kirchbach den Freiburger Weg für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt. "Der Startschuss für unseren ökologischen Ansatz zur Zukunft Freiburgs erfolgte gewissermaßen vor über 20 Jahren, als die Bürger und viele Politiker erfolgreich gegen ein geplantes Atomkraftwerk protestierten. Daraus entstanden Ratsbeschlüsse, die unter anderen das Ziel hatten, regenerative Energien und umweltschonende Maßnahmen im Verkehr durchzusetzen", berichtete von Kirchbach.

Der Masterplan der Stadt, der seit damals im politischen Konsens mit den Einwohnern als langfristige Strategie betrachtet wird, bildet den geistigen "Überbau" von Projekten und Maßnahmen. Beispielsweise bauten die Freiburger ihr Straßenbahnnetz aus und schufen ein einfaches sowie kostengünstiges Tarifsystem. Der Effekt: Die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs stieg rasant und die Autozahlen in der Stadt sanken.

Im Bereich erneuerbarer Energien setzte Freiburg ebenfalls Akzente. So entstand beispielsweise ein ganzer Stadtteil, der Ökologie, Lebensqualität und generationsübergreifendes Wohnen verbindet. "Wir schufen den planerischen Rahmen und die Bürger verwirklichten in Eigenregie ihre Ideen", erläuterte der Bürgermeister, der betonte, dass durch die Freiburger Universität und verschiedene Institute beständig innovative Impulse in die Einzelplanungen einflößen.

"Freiburg ist sicher nicht die Blaupause für Planungen im Regierungsbezirk Düsseldorf. Aber wir können von der Stadt lernen, wie zukunftsorientierte Planungen gestaltet und durchgehalten werden. Besonders die Bürgerbeteiligung, transparente Informationen und sachliche Vorschläge bilden die Grundpfeiler, die letztlich die Entwicklung einer Stadt und Region bestimmen“, meint Günter Wurm. Die Erfahrungen aus Freiburg ermöglichten, den Blick zu erweitern und neue Ideen umzusetzen.