Pressemitteilung:

  • Düsseldorf, 05. Mai 2010

Irrungen und Wirrungen schwarz-gelber Verkehrspolitik: Unerreichbare Fahrradständer in der Innenstadt


Ratsherr Martin Volkenrath

Ratsherr Matthias Herz
Die kurzfristige Entscheidung, vereinzelt neue Fahrradständer aufstellen zu lassen, offenbart die von Aktionismus bestimmte Verkehrspolitik der schwarz-gelben Ratsmehrheit in Bezug auf die angeblich „fahrradfreundliche Stadt“ Düsseldorf.

„Mit Schrecken scheinen CDU und FDP plötzlich zur Kenntnis zu nehmen, dass deutlich mehr Düsseldorferinnen und Düsseldorfer das Fahrrad als Verkehrsmittel nutzen, als es der autofreundlich gesonnenen Ratsmehrheit lieb sein dürfte. Der offenkundige Aktionismus bei der Bereitstellung einzelner Fahrradständer in der Innenstadt – die wir natürlich prinzipiell für richtig halten - soll nun eilig den Eindruck erwecken, als würde hier fahrradfreundliche Verkehrspolitik gemacht. Dabei ist seit Jahren das Gegenteil der Fall: Bis heute sind direkte und sichere Wege für Radfahrer, die Richtung Stadtmitte radeln wollen, praktisch nicht vorhanden“, erklärt Martin Volkenrath, Vorsitzender des Ordnungs- und Verkehrsausschusses.

„Bevor nun medienwirksam neue Abstellmöglichkeiten präsentiert werden, sollte zunächst einmal geklärt werden, wie die Sicherheit für Radfahrer in Düsseldorf generell gesteigert werden könnte. Zusätzliche Fahrradständer z.B. an der Kö haben nur dann einen Sinn, wenn Radfahrer aus dem gesamten Stadtgebiet auch sicher und einfach dorthin gelangen können, ohne sich auf dem Weg permanent in Lebensgefahr zu begeben“, so Volkenrath weiter.

Die SPD-Ratsfraktion hat in den vergangenen Jahren zahlreiche konstruktive Vorschläge zur Förderung des Fahrradverkehrs in die politische Debatte eingebracht. Neben der Schaffung neuer Radwege zählte dazu auch die Forderung nach deutlich mehr sicheren Fahrradabstellanlagen an Straßenbahn-, S-Bahn- und Bushaltestellen, um diese beiden Verkehrsarten besser miteinander zu verbinden. Leider sind die SPD-Vorschläge von CDU und FDP im Ordnungs- und Verkehrsausschuss stets rigoros abgelehnt worden. Auch die Ratsinitiative, ein Umleitungsmanagement sowie eine regelmäßige Stau- und Umleitungsberichterstattung für Fahrradfahrer in Düsseldorf einzurichten, scheiterte, weil die Ratsmehrheit der Ansicht war, dies sei für Radfahrer nicht notwendig.

„Die Verkehrspolitiker von CDU und FDP scheinen langsam zu realisieren, dass sie mit ihrer rein autofreundlich ausgerichteten Verkehrspolitik nicht weiter punkten können. Dabei ist die jetzt an den Tag gelegte Fahrradeuphorie nicht nachhaltig und wird deshalb keine effektiven Verbesserungen für Fahrradfahrer in dieser Stadt bewirken“, ergänzt Ratsherr Matthias Herz, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion.