Pressemitteilung:

  • Düsseldorf, 27. April 2010
Appell an die Landesregierung NRW:

UN-Konvention zur Inklusion in der Schule umsetzen


Professor Rudi Voller, Ratsherr und schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion
Im Dezember 2008 hat die Landesregierung Nordrhein-Westfalen der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen im Bundesrat zugestimmt. Seit 26. März 2010 ist die Konvention für Deutschland rechtsgültig. In Artikel 24 heißt es, dass Menschen mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom alltäglichen Bildungssystem ausgeschlossen werden dürfen und Zugang zum Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen haben müssen. Die UN-Konvention spricht hier von einem „inclusive education system“.

„Inklusive Pädagogik sortiert behinderte Schülerinnen und Schüler erst gar nicht aus, sondern schafft Strukturen und eine Didaktik, die von vorneherein auf die Unterschiedlichkeit der Schülerinnen und Schüler und ihre individuelle Förderung ausgerichtet sind“, erklärt Professor Rudi Voller, Ratsherr und schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. „Mit unserem Antrag in der Ratssitzung am 6. Mai 2010 wollen wir deshalb an die Landesregierung appellieren, das Schulgesetz in NRW so zu verändern, dass Inklusion für alle Kinder an Grund- und weiterführenden Schulen ermöglicht wird.“

Hierzu müssen aus Sicht der SPD-Ratsfraktion insbesondere die personellen und finanziellen Rahmenbedingungen für einen massiven Ausbau des gemeinsamen Unterrichts an allen Schulformen seitens des Landes geschaffen und entsprechende Fortbildungsinitiativen aufgelegt werden.

„Wir möchten, dass die Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen oder Lern- und Entwicklungsstörungen in das allgemeine Schulsystem als Leitgedanke festgeschrieben wird. Dies entspricht nicht nur den Bestimmungen der UN-Konvention, sondern auch dem Elternwillen“.