Pressespiegel:

  • Düsseldorf, 23. März 2010

Kita-Erziehung kein Aushilfsjob

SPD-Ratsfrau Walburga Benninghaus: "Es hilft keinem, wenn man auf Aushilfskräfte setzt"
Bürgermeister Friedrich Conzen fühlt sich und seine Ratskollegin Sylvia Pantel missverstanden. Zwar habe man, vor allem auf Betreiben Pantels, vorgeschlagen, auch jungen Arbeitslosen vorzuschlagen, sich zum Erzieher ausbilden zu lassen. Aber dabei habe man natürlich nicht daran gedacht, völlig wahllos Frauen oder Männer anzusprechen, sondern solche mit einer Begabung zu erzieherischen Berufen. Conzen: "Wenn einer in Mathematik, Chemie und Physik schwächelt, kann er ja dennoch erzieherische Talente haben." Der Vorstoß war auch von der FDP unterstützt worden.

Oberbürgermeitger Dirk Elbers (CDU) sieht den Gedanken eher skeptisch: "Einerseits diskutieren wir seit Jahren darüber, dass wir die Qualifizierung von Erzieherinnen verbessern müssen, das wird durch diesen Vorstoß konterkariert." Viel besser sei es, unter arbeitslosen Jugendlichen aktiv für diese Berufe zu werben. Dabei seien auch die Eindrücke der Mitarbeiter in Job-Centern gefragt: "Wenn die beispielsweise bei einem Jugendlichen ein Potenzial als Kita-Erzieher erkennen, ist das klasse. Dann müssen wir den aber erst einmal auf eine entsprechende Schule oder zur Fortbildung schicken." Insofern ist der Rathaus-Chef wieder der Meinung seines Bürgermeisters. Die CDU-Fraktion wird nun für die nächste Ratssitzung einen Auftrag an die Verwaltung geben, entsprechende Möglichkeiten zu prüfen.

Conzen meint grundsätzlich, dass man für die Besetzung der Erzieherstellen in Kitas auch neue Ideen prüfen müsse. Beispielsweise könnte es doch sein, dass Frauen nach längerer Erziehungspause angesprochen werden, um ihre Erfahrungen in der Kindererziehung beruflich zu nutzen.

Die SPD lehnt den Vorschlag, gezielt junge Arbeitslose für die Jobs in Kitas anzusprechen, grundsätzlich ab und hält das für den falschen Weg, sagt SPD-Ratsfrau Walburga Benninghaus, die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses: Es helfe keinem, wenn man auf Aushilfskräfte setze.

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Quelle: RP Rheinische Post Düsseldorf