Pressespiegel:

  • Düsseldorf, 27. Oktober 2008
Kommentar von René Schleucher

Es fährt kein Zug nach nirgendwo

  • Vielleicht hat die SPD am Ende doch mit ihrem Vorwurf recht. Sie hatte der Verwaltung "ineffiziente Planungsarbeit" vorgehalten.
  • Die DEG bekommt das schmerzhaft zu spüren. Die schlechte Verkehrsanbindung mit Bus und Bahn gilt als ein Grund für die mageren Besucherzahlen. Shuttle-Busse sind auf Dauer kein Ersatz: Solange keine Bahn zum Dome fährt, liegt sie für viele Fans jwd - "janz weit draußen". Zu allem Überfluss muss die Stadt die mindestens 12 Millionen Euro teure Strecke (wohlgemerkt: ohne Grundstücksankäufe) allein bezahlen, weil das Land dafür keinen Cent locker macht.
    So weit, so schlecht. Doch der Wurm steckt offenbar tiefer drin. Beispiel Hafen: Jahrelang stritt die Politik um einen Straßenbahn-Anschluss. Dann gibt's endlich eine Einigung, nun hängt's wieder - an fehlenden Grundstücken. Und der Zorn der Studenten ist auch noch nicht verraucht: Die Arbeiten für die Verlängerung der U 79 zur Uni sollten schon voriges Jahr beginnen. Jetzt ist von Sommer 2009 die Rede. Begründung: Die Planungsphase dauerte länger.
    "Bahnen im Planungsstau", so lautete eine WZ-Überschrift im Februar. Die SPD hakte daraufhin im Verkehrsausschuss nach, Dezernent Leonhard wies dort alle Vorwürfe empört von sich - und stellte einen Baustart der 701-Trasse noch in diesem Jahr in Aussicht. Das dürfte nun auch nichts mehr werden. Vielleicht hat die SPD am Ende doch mit ihrem Vorwurf recht. Sie hatte der Verwaltung "ineffiziente Planungsarbeit" vorgehalten.

    ---
    Quelle: WZ Westdeutsche Zeitung Düsseldorf