Pressemitteilung:

  • Düsseldorf, 19. August 2008
Integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung

SPD: Gute Planungsgrundlage aber die Handlungsempfehlungen sind unkonkret und greifen zu kurz

Der Entstehungsprozess war somit transparent und nachvollziehbar, so dass den Ausschüssen heute von der Aufbereitung der Datenbasis und der Zustandsbestimmung her eine gute Planungsgrundlage vorliegt. Demgegenüber sind jedoch die im Plan von der Verwaltung vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen für die SPD-Fraktion oft zu unkonkret.

Hierzu der schulpolitische Sprecher der Fraktion, Ratsherr Prof. Rudi Voller:“ Im Gegensatz zur guten Darstellung des Ist-Zustandes bleiben aber die im Plan beschriebenen Handlungs- und Maßnahmeempfehlungen weit hinter den jetzigen Erfordernissen und den Erwartungen der SPD-Fraktion zurück. Hier muss nachgearbeitet werden. Entsprechende Anträge wird die Fraktion in den kommenden Haushaltsberatungen einbringen“:


Handlungsfeld „Bildungsverlierer stehen im Mittelpunkt“

Während der Bericht einen Schwerpunkt auf die Verzahnung von Jugendsozialarbeit und Schule legt und die berufsvorbereitenden Initiativen heraushebt, wird die Übergangsquote, wie viele Schüler mit Hauptschulabschluss finden einen Ausbildungsplatz oder besuchen eine weiterführende Fach-, Fachober-, Gesamtschule, usw. zu wenig beachtet. Hier muss auf jeden Fall in Düsseldorf, beispielsweise durch städtische Unternehmen und Töchter aber auch durch die Wirtschaft mehr getan werden.
Die SPD-Fraktion wird diese Übergangsquoten im Blick haben und auch daran die Maßnahmenerfolge der Stadt messen.
Zum Thema Bildungsverlierer gehört auch der Punkt, dass in Düsseldorf – ähnlich wie in NRW - den so genannten Absteigern (vom Gymnasium zur Real- oder Hauptschule) nur ein Zehntel von Schülern gegenübersteht, die die umgekehrte Richtung schaffen. Während die Einführung längeren gemeinsamen Lernens Sache
des Landes bleibt, muss durch vermehrte Einzelförderung und Ganztagsunterricht die Sache auf städtischer Seite verstärkt begleitet werden.


Handlungsfeld „Schaffung verlässlicher Strukturen für die Übermittagsbetreuung an weiterführenden Schulen“

Die verlängerten täglichen Unterrichtszeiten mit einhergehender Schulzeitverkürzung haben den Druck auf die Schülerinnen in der Sek I erhöht. Vermehrter Beratungsbedarf bei den Schulpsychologen, zunehmende Nachfragen nach Gesamtschulplätzen, auch von Schülern mit Gymnasialempfehlung, und vermehrter Druck aus der Elternschaft, endlich die Mittagsessenproblematik zu lösen, ist die Folge. Der Plan greift zwar das Thema ausreichend große Mensen und zusätzliche Schüleraufenthaltsräume auf, was fehlt, sind aber Zeitpläne und Budgetangaben. In diesem Zusammenhang sei auch noch einmal darauf hingewiesen, dass die SPD seit Jahren ein kostenfreies Mittagessen für jedes Kind in Ganztagseinrichtungen, einen Masterplan „Schulmensen“ und Übermittagbetreuungsmaßnahmen fordert.


Handlungsfelder „Reduzierung der Gruppenstärken in Tageseinrichtungen“ und „Schnellerer Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder unter 3 Jahren“

Auch hier bleibt die Handlungsempfehlung weit hinter den Erwartungen zurück. So wird die Reduzierung von Gruppenstärken zwar als eine wichtige Möglichkeit zur Erhöhung der Bildungschancen von Kindern im Elementarbereich, insbesondere in Sozialräumen mit besonderem Handlungsbedarf beschrieben, konkrete Zeitangaben, wann mit solchen gezielten Reduzierungen begonnen wird, werden jedoch nicht gemacht.

Hierzu die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Ratsfrau Walburga Benninghaus: "Ich bin froh darüber, dass die Verwaltung sich endlich planerisch zu einer gezielten Senkung der Gruppenstärken durchringt. Das aber auf keiner Seite des Berichtes eine Aussage, wann und wo mit solchen Gruppenreduzierungen begonnen werden soll, ist jedoch mehr als enttäuschend. Deshalb möchte ich an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass die SPD-Fraktion schon seit Jahren, leider bisher vergeblich, einen Einstieg in die Reduzierung der Gruppenstärken fordert“.

Demgegenüber werden beim Thema des Ausbaus der Betreuungsplätze für Kinder unter 3 Jahren Zielperspektiven genannt. Dort ist zu entnehmen, dass die Stadtverwaltung plant, dieses Angebot bis 2012/2013 auf 35% zu erhöhen. Auch hier weist die SPD-Ratsfraktion schon seit langem darauf hin, dass diese Marke, auch im Hinblick auf das Kinderförderungsgesetz und dem damit verbundenen Rechtsanspruch bei weitem nicht ausreichend ist und der Ausbau der U 3 Betreuung viel schneller fortgesetzt werden muss, als im Plan beschrieben.


Handlungsfeld „Betreuungsangebot für behinderte Kinder in Tageseinrichtungen und Ausbau barrierefreier Schulgebäude“

Hier plant die Verwaltung im Bereich der Tageseinrichtungen bis 2011 ein bedarfsgerechtes Angebot zu schaffen. Im Primärbereich hält die Verwaltung mindestens eine Grundschule pro Stadtbezirk sowie 17 Schulen für den SEK I Bereich im Stadt¬gebiet für ausreichend. Zeitvorgaben für den Schulbereich wurden jedoch nicht gemacht. Auch hier ist die Fraktion der Auffassung, dass die geplanten Maßnahmen, auch unter Einbeziehung der Einzelintegration, frühzeitiger verwirklicht werden müssen. Darüber hinaus muss es nach Auffassung der Fraktion auch mehr Möglichkeiten integrativen Unterrichts in Grundschulen und Sek I – Schulen geben.


Abschließend noch ein Wort zu der von der Verwaltung genannten Schaffung von „Bildungslandschaften“ mit dem die Verknüpfung von Jugendförderung, Familienzentren und sozialraumbezogenen Projekten gemeint ist. Die Ratsfraktion begrüßt ein solches Vorhaben außerordentlich. Leider fehlt aber auch hier im Plan eine Konkretisierung, inhaltlich wie auch auf der Zeitschiene.