Pressespiegel:

  • Düsseldorf, 15. Mai 2008
28 Radfahrer dokumentieren Gefahrenquellen im Alltagsverkehr für die Stadt

Scouts machen die Radwege sicherer

Wilfried Brandt, Referent der SDP-Ratsfraktion: "Es gibt in Düsseldorf eindeutig zu wenige Radwege, bei uns hat eben der Autoverkehr noch höchste Priorität."
Wie gefährlich eine schlechte Radwegführung sein kann, mussten auch ihre Töchter feststellen. Beide wurden auf dem Weg zur Schule angefahren. "Eine meiner Töchter war schwer verletzt. Es hat lange gedauert, bis sie sich wieder auf ihr Fahrrad getraut hat."

Vier bis fünf Stunden wöchentlich investiert die Autorin in das Fotografieren und Kommentieren der Schwachstellen. Eine Entlohnung bekommt sie dafür nicht, auch gelten die Scouts nicht als Ehrenamtler, da sie die Information sammeln, wenn sie ohnehin unterwegs seien, so die Begründung der Stadtverwaltung. Motiviert ist Raspe trotzdem. "Ein besonderes Ärgernis war eine Laterne, die mitten auf dem Radweg der Reinhold-Schneider-Straße stand", erzählt sie. "Das wurde dann geändert. Für mich war das ein großer Erfolg."

  • Die Idee hinter den Scouts ist, dass die Leute, die regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs sind, auch die Knackpunkte kennen und ein Gefühl für die Gefahrenquellen haben", erklärt Wilfried Brandt, Referent der SPD-Ratsfraktion, die den Antrag auf Fahrradwege-Scouts vor einem Jahr gestellt hatte.
    Voraussetzung für die Scouts sind Ortskenntnis und regelmäßiges Radeln. Aber auch andere Passanten können die Verwaltung über Mängel informieren.

    Schwachstellen für Radfahrer finden sich im Alltagsverkehr zu hauf: "Geh- und Radwegparken ist in Düsseldorf allgegenwärtig und birgt viele Gefahren", sagt Brandt. Eine weitere Gefahrenquelle seien hohe Bordsteinkanten, Pflasterschäden, Laub und Scherben auf dem Radweg sowie falsche oder fehlende Beschilderung. "Außerdem gibt es in Düsseldorf eindeutig zu wenige Radwege", sagt Brandt. "Bei uns hat eben der Autoverkehr noch höchste Priorität."

    "Längst ist hier nicht alles fahrradfreundlich", räumt Steffen Geibhardt, Fahrradbeauftragter der Stadt ein, ein. "Aber wir arbeiten an der Ausarbeitung des Radwegenetzes und versuchen, Mängel zu beseitigen." Anlaufstelle für die Meldungen ist das Amt für Verkehrsmanagement. Dort werden die Informationen gesammelt und an die für die Beseitigung der Mängel zuständigen Stellen weiter geleitet. "Glasscherben oder andere Kleinigkeiten werden häufig schon am nächsten Tag beseitigt", erzählt Raspe.

    Für die Ausbesserungen der Radwege wurden für dieses Jahr 100.000 Euro bereit gestellt. "Wir sammeln die Beanstandungen und arbeiten die Liste ab, bis das Geld weg ist", sagt Geibhardt. Doch: "Mit diesem Budget können nur kleinere Mängel beseitigt werden", entgegnet Brandt. "Größere Baumaßnahmen sind mit den finanziellen Mitteln nicht realierbar."
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    Quelle: WZ Westdeutsche Zeitung Düsseldorf

  • Jedermann kann Schwachstellen, die er im Radwegenetz entdeckt hat, melden unter:


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