Pressespiegel:

  • Düsseldorf, 13. Februar 2008
FDP-Fraktionschefin Strack-Zimmermann: "Das entspricht der Systematik im Rathaus"

Tonhallen-Terrasse: Politik verärgert - Rathaus lehnt Gastronomie weiter ab

SPD-Fraktionschef Günter Wurm fragt sich, wie ein dem Gebäudecharakter entsprechendes gastronomisches Angebot aussehen soll: „Rustikal oder mediterran wohl nicht.“
Damit auf der Tonhallen-Terrasse „ein dem Gebäudecharakter entsprechendes gastronomisches Angebot realisiert werden kann“, müsse nach ersten Schätzungen eine mittlere sechsstellige Summe investiert werden, hat das vom Rathaus mit einer „Entwurfsstudie“ beauftragte Architekturbüro HPP herausgefunden. Mindestens 500000 Euro also für Elektroleitungen, Toilettenanlagen und Lagerräume.
Zudem soll der gastronomische Betrieb innen und außen in einer Hand liegen und werde deshalb derzeit neu ausgeschrieben. Für die Innengastronomie ist Stockheim verantwortlich. Kritiker sehen darin vor allem den Versuch, die Bar in ihrer bisherigen Form zu verhindern. „Das überrascht mich nicht, denn das entspricht doch der Systematik im Rathaus“, sagt FDP-Fraktionschefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Sie ist sicher: „Es ist einfach nicht gewollt. Und wir können den Wirt doch nicht in den Ruin treiben, bevor er überhaupt die erste Limonade verkauft hat.“

Obwohl der bisherige Betreiber, Hamed Shahi, eigenen Angaben zufolge bis 2014 eine Baugenehmigung sowie eine Schankerlaubnis hat, wurde ihm bereits 2007 der Nutzungsvertrag nicht verlängert. Zur Begründung wurde zunächst der Denkmalschutz angeführt. Der Rat stimmte am 17. September einem rot-grün-gelben Antrag zu und beauftragte mit knapper Mehrheit und breitem Widerstand von OB Erwin die Verwaltung aufzuzeigen, unter welchen Umständen denn der gastronomische Betrieb dort möglich wäre.

„Absicht des Antrags war, prüfen zu lassen, wie das mit relativ geringen Mitteln zeitnah umgesetzt werden kann“, sagt Grünen-Fraktionssprecher Günter Karen-Jungen. „Wir wollten dort aber nicht Edelgastronomie den Weg bahnen.“ Es müsse doch nicht immer alles genormt sein. Spontanität vermisst auch SPD-Fraktionschef Günter Wurm, fragt sich aber auch, wie ein dem Gebäudecharakter entsprechendes gastronomisches Angebot aussehen soll: „Rustikal oder mediterran wohl nicht.“ Einzig CDU-Fraktionschef Dirk Elbers ist zufrieden: „Es muss optisch der Umgebung angepasst und drinnen wie draußen das gleiche Angebot sein.“
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Quelle: Rheinische Post Düsseldorf