Pressespiegel:

  • Düsseldorf, 08. Februar 2008

Bürgerentscheid zu Kö-Bogen

Günter Wurm zur FDP-Ratskollegin Frau Strack-Zimmermann: „Ihr Bindestrich steht nicht für einen Doppelnamen, sondern für Ihr ständiges ,Ja, aber’.“
Das ist die Folge des Beschlusses in der gestrigen Ratssitzung: Einstimmig wurde das Bürgerbegehren der Initiative „Der Jan-Wellem-Platz gehört uns allen“ für zulässig erklärt, eine Mehrheit aus CDU und FDP folgte jedoch der Empfehlung des Rathauses, dem Begehren nicht beizutreten. Somit muss innerhalb von drei Monaten ein Bürgerentscheid durchgeführt werden. Diesmal geht es darum, die von der Bürgerinitiative formulierte Frage, ob nämlich die Grundstücke in städtischem Besitz bleiben sollen, mit Ja oder Nein zu beantworten.

Die Positionen der Parteien sind lange klar: SPD und Grüne unterstützen das Bürgerbegehren und fordern einen städtebaulichen Wettbewerb, CDU und FDP sind strikt dagegen. Sie wollen, dass die Trinkaus-Bank auf dem Platz zwei Neubauten errichtet und, in einem zweiten Schritt, der Tausendfüßler fällt, damit der Autoverkehr bis zum Theatermuseum durch einen Tunnel fließen kann und die Hofgartenhälften vereint werden. Die Argumente waren also bekannt, dennoch wurde teils mit harten verbalen Bandagen gekämpft. Stadtplaner Jörg Forßmann, der als Vertreter der Bürgerinitiave zehn Minuten Rederecht erhielt, sprach von „Tricksereien seitens der Stadt“ und „von einer abstrusen Provinzposse“, die sich abspiele, „einzig, um diese monströse Bebauung zu realisieren“. CDU-Planungsexperte Alexander Fils warb für den Kö-Bogen als „historische Stadtreparatur“, bei der der Verkehr, der auf der Hofgartenstraße wie auf einer Autobahn fließe, in Tunnel verbannt werde. Das sei eine große Chance, betonte auch FDP-Fraktionschefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann.

SPD-Fraktionschef Günter Wurm erinnerte daran, dass 2003 bei der Präsentation auf der Immobilienmesse in Cannes der Kö-Bogen ein visionäres Projekt gewesen sei. Das habe sich geändert, als CDU und FDP sich nur mit der Frage nach dem Investor beschäftigt hätten. Und zu Strack-Zimmermann: „Ihr Bindestrich steht nicht für einen Doppelnamen, sondern für Ihr ständiges ,Ja, aber’.“
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Quelle: Rheinische Post Düsseldorf