Pressespiegel:

  • Düsseldorf, 30. Januar 2008
Der Traum vom Wohnen am Wasser könnte endgültig platzen. Die Verwaltung hofft noch auf grünes Licht, die SPD hält dagegen.

Doch kein Wohnen im Hafen?

2006 sollte Baubeginn für die Königskinder an der Speditionstraße sein, passiert ist noch nichts.
Investor Frankonia will zwei 63 Meter hohe Wohntürme bauen (18 Geschosse) – mit einer Marina direkt davor. „Wohnen mit Boot im Hafen ist wie Wohnen mit Pferd im Wald“, freute sich Joachim Erwin im Januar 2006. Damals rechnete der Oberbürgermeister mit einem Baubeginn noch im selben Jahr. Ende des Jahres war dann von Sommer 2007 die Rede – passiert ist bis heute nichts.
Bezirksregierung: Flächen nur für Gewerbe und Industrie ausweisen

Gut möglich, dass es vorerst dabei bleibt. Nach WZ-Informationen sieht die Bezirksregierung die Pläne zum Teil äußerst skeptisch. Problematisch seien vor allem die Emissionen vom Industriehafen: Lärm und Gerüche seien so intensiv, dass Wohnungen in unmittelbarer Nähe nicht möglich seien.

Das geht aus einem internen Papier hervor, das der WZ vorliegt. Der Stadt wird demnach empfohlen, die Westseite der Speditionstraße und die Kesselstraße nur für Gewerbe und Industrie auszuweisen – und ausdrücklich nicht fürs Wohnen.

Planungsdezernent Gregor Bonin freilich will davon nichts wissen. Man erarbeite zurzeit vier Bebauungsteilpläne, die politische Beratung soll im Februar in der Bezirksvertretung 3 starten. Bekanntmachung und Offenlegung könnten im Mai folgen. Bonin: „Dann werden wir uns mit den Einsprüchen auseinandersetzen.“ Er gehe davon aus, dass die Position der Stadt durch entsprechende Gutachten gestützt werde. Geplant ist, die Wohnbauten mit Glaswänden gegen den Lärm abzuschotten – dies gewährleiste hinreichenden Schutz.

Die SPD glaubt daran nicht. In der nächsten Sitzung des Planungsausschusses will sie von der Verwaltung konkret wissen, ob und welche Auflagen die Bezirksregierung der Stadt gemacht hat – und wie die Verwaltung zu reagieren gedenkt.

Fraktionschef Günter Wurm hat dabei vor allem die Jobs im boomenden Industriehafen im Blick: „Bei einem Heranrücken der Wohnbebauung an die Hafenbetriebe sind Einschränkungen bei den Unternehmen unausweichlich. Ein weiterer Verlust von dringend benötigten Arbeitsplätzen in diesem Bereich wäre die Folge.“

Wurm weiß nicht nur die Hafenbetriebe an seiner Seite, bei Grünen und Teilen von CDU und IHK gibt es erhebliche Bedenken. Hintergrund: Die Logistikbranche boomt, die Unternehmen im Hafen brauchen eher mehr, denn weniger Platz.
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Quelle: WZ Westdeutsche Zeitung Düsseldorf