Pressespiegel:

  • Düsseldorf, 20. Dezember 2007
Platz soll neugestaltet werden

Carlsplatz-Umbau: keine Mehrheit

Fraktions-Chef Günter Wurm: „Es gibt wichtigere Probleme als die Verschönerung des Carlsplatzes.“
Verkehrskonzepte, Radwegeplanungen, Wohnen in der Stadt - das sind nur ein paar Beispile, die nach Meinung des Genossen vorab angepackt werden müssten. Er räumt allerdings ein, dass der Carlsplatz bei der erst wenige Jahre zurück liegenden Überdachung nicht optimal ausgestattet worden ist. Da könnte man gut nachbessern, meint Wurm.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) bezieht noch eindeutiger Position. Die Tiefgarage (nach ihren Angaben eh eine FDP-Idee aus den 90er Jahren) würde sie mit tragen - allerdings unter einer Bedingung: Das Parkhaus nebenan muss weg. Garage plus Parkhaus kommt für die Liberalen nicht in Frage. Auf dem Parkhaus-Grundstück würde die FDP dann ein entsprechend gestaltetes Gebäude mit Läden im Erdgeschoss und oben „auf jeden Fall Wohnungen“ sehen. Außerdem hält Strack-Zimmermann eine Halle für überflüssig. Man müsse nicht alles auf trockenen Wegen erledigen, meint sie, und der Markt habe seinen Charme nicht zuletzt durch seine Offenheit.

Dass das derzeitige Dach keine Augenweide ist, sieht sie wie ihr Kollege von der SPD. Beide, FDP und SPD, wissen jedoch auch, dass das wenig ansehnliche Parkhaus Carlsplatz eine munter sprudelnde Geldquelle für die städtische Tochter IDR ist. IDR würde allerdings auch die Tiefgarage bewirtschaften. Ebenfalls Skepsis bei den Grünen: Man wolle erst einmal Details über die Finanzierung des Ganzen, sagte Fraktions-Sprecher Günter Karen-Jungen, den es wundert, dass Erwin dauerhaft Schulden vermeiden, aber andererseits solch teure Projekt auf den Weg bringen will.

Bei den Händlern auf dem Markt ist die Meinung geteilt, sagt Geschäftsführer Peter Latzen. Allerdings wisse man noch nicht genug, um sich endgültig fest zu legen. Bei ersten Umfragen zeichnete sich tatsächlich ein widersprüchliches Bild ab: Zwar würde man eine Verbesserung der Parksituation durch eine Garage begrüßen, aber alle schrecken vor der langen Bauzeit zurück. Einer erinnert sich noch an die Zeit, als das neue Dach gebaut wurde - mehrere Monate hätte es gedauert, und der Umsatz sei um rund 90 Prozent zurück gegangen.
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Quelle: Rheinische Post Düsseldorf