Pressespiegel:

  • Düsseldorf, 04. Oktober 2007
Straßenschilder überall

"Jedes dritte Schild ist zu viel"

SPD-Politiker Rolf-Jürgen Bräer will, dass sich der Verkehrsausschuss intensiv mit dem Thema beschäftigt.

SPD-Ratsherr Rolf-Jürgen Bräer


Das sehen die Verkehrsexperten vom ADAC auch so. Ihrer Ansicht nach ist jedes dritte Verkehrsschild verzichtbar. Andreas Zimmermann folgt bei der Beschilderung von Städten einer klaren Maxime: „So viel wie nötig, so wenige wie möglich.“ Natürlich dürfe der Kahlschlag im Schilderwald nicht zu Lasten der Sicherheit auf den Straßen gehen.

Der Automobilclub hat im vergangenen Jahr seine Mitglieder befragt, was sie am meisten nervt an Schildern. Platz eins: Verkehrszeichen, die durch andere Schilder oder Büsche verdeckt sind. In Gerresheim an der Benderstraße gibt es laut RP-Leser Hans-Jürgen Schmitz dafür ein Beispiel. Als ob es nicht ausreiche, dass die Schilder mit komplizierten Ladezeiten und Zonen komplett verwirrend seien; zu allem Überfluss würden sie auch noch von einem Baum verdeckt.

Auf Platz 2 auf der Negativliste folgt: einander widersprechende Schilder. Zwei von drei Autofahrern sind obendrein der Auffassung, dass Verkehrszeichen und Verkehrssituation viel zu wenig aufeinander abgestimmt sind. Wichtigste Forderung auch hier: Der Schilderwald muss gelichtet werden. 75Prozent der Autofahrer ärgern sich über die Schilderflut auf den Straßen.

Im Durchschnitt steht alle 28 Meter ein Verkehrsschild. An der Rethelstraße waren es bei einem Test des ZDF-Magazins WISO vor drei Jahren 32 Schilder auf 50 Metern. Das niederschmetternde Fazit damals: Mindestens die Hälfte ist verzichtbar.

SPD-Politiker Rolf-Jürgen Bräer möchte, dass solche Exzesse künftig nicht mehr vorkommen. Er will die RP-Aktion zum Schilderwald zum Anlass nehmen, alle zwei Jahre von der Verwaltung einen Überblick zu fordern, an welchen Stellen welche Schilder abmontiert worden sind. Er erwartet auch Informationen darüber, welche nicht abmontiert wurden. Nicht selten scheitern die städtischen Verkehrsexperten am Widerstand der Bezirksvertreter.

Bräer vermutet: Übergroße Vorsicht hat dazu geführt, dass nicht mehr als die bisher 5000 Schilder abzuschrauben. Die Stadt habe Angst, Schadenersatzansprüche zahlen zu müssen, falls ein Verkehrsteilnehmer wegen eines vermeintlich fehlenden Schildes verunglückt. „Aber das kann doch nicht dazu führen, dass da mal nicht richtig aufgeräumt wird.“
---
Quelle: Rheinische Post Düsseldorf