Pressespiegel:

  • Düsseldorf, 05. Juli 2007
Zum Thema Gastronomie auf den Tonhallen-Terrassen ist in der Ausgabe der NRZ vom 5. Juli 2007 ein Kommentar von Frank Preuss erschienen

Erster Erbsenzähler der Stadt

Der OB ist um Peinlichkeiten nie verlegen - "Manier eines zweitklassigen Winkeladvokaten"
Als ein Ratspolitiker einmal Joachim Erwins Duz-Freund aus Moskau "Jurij Luschkow" nannte, ging der OB ans Pult und sagte, humorlos wie stets: "Der Mann heißt Jurij Michailowitsch Luschkow". Womit Erwin unterstrich, dass der Erste Bürger der weltoffenen Stadt Düsseldorf nicht nur Erster Besserwisser ist, sondern auch Erster Erbsenzähler.

Dass er nun eine harmlose Formulierungsungenauigkeit von Ratspolitikern in der Manier eines zweitklassigen Winkeladvokaten nutzt, um einen Antrag zu Fall zu bringen, der ihm nicht schmeckt, das zeigt, dass dem Mann nichts mehr peinlich ist. Sich derart kleinkariert aufzuführen, passt mit Erwins großformatigem Anspruch als Oberbürgermeister nicht zusammen, ist aber für den Menschen Erwin so typisch: Wenn es darum geht, eine Niederlage abzuwenden, ist ihm jedes Niveau recht.Die Posse wird leider auf dem Rücken eines jungen Unternehmers ausgetragen, der sich in der ach so wirtschaftsfreundlichen Stadt Düsseldorf andere Verhältnisse erträumt hat. Geht man so mit Menschen um, die hier etwas aufbauen, was, ganz nebenbei, zum Wohlfühlfaktor beiträgt? Wenn der Mann bereit ist, alle ihm gestellten Auflagen zu erfüllen - was für ein Stil ist das, nicht mal mit ihm zu reden?

  • Schwer auszumachen, was den OB bei seinem Amoklauf durch die Gastronomie antreibt - man darf es ihm jedenfalls nicht durchgehen lassen. Bei den Kasematten wurde er ja schon mit Erfolg gebremst.

    f.preuss@nrz.de
    04.07.2007 FRANK PREUSS

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    Quelle: NRZ Neue Ruhr Zeitung Düsseldorf
    bh
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