Meldung:

  • Straßburg, 23. November 2016
Petra Kammerevert, MdEP

„Nerv unserer globalisierten Zeit getroffen!“

LUX-Filmpreis des Europäischen Parlaments

© Europäisches Parlament
Europa wählt ,Toni Erdmann‘: Der Film von Maren Ade erhält dieses Jahr den LUX-Filmpreis des Europäischen Parlaments. „Ich freue mich sehr über die Entscheidung“, sagt Petra Kammerevert, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Europaabgeordneten. „,Toni Erdmann‘ ist ein außergewöhnlicher und wunderbarer Film: Er thematisiert einige der wichtigsten Fragen unserer globalisierten Zeit und berührt den Zuschauer dabei zutiefst. Er hat die Auszeichnung mehr als verdient.“


Der LUX-Filmpreis, der dieses Jahr zum zehnten Mal verliehen wird, soll die kulturelle Vielfalt und die Kreativität des europäischen Kinos fördern. Neben „Toni Erdmann“ (Deutschland/Österreich/Rumänien) standen Leyla Bouzid’s „As I Open My Eyes“ (Frankreich/Tunesien/Belgien/Vereinigte Arabische Emirate) und Claude Barras’ „My Life as a Courgette“ (Schweiz/Frankreich) im Finale. Der Sieger wurde von den Europaabgeordneten in geheimer Abstimmung gewählt.

Der Gewinnerfilm thematisiert eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung vor der Folie einer immer komplexer werdenden und auf Gewinnmaximierung fokussierten Gesellschaft. „Maren Ade trifft mit dem Sujet einen Nerv unserer Zeit. Sie zeigt auf tragikomische Art und Weise, wie Menschen im Spannungsfeld zwischen einer extrem leistungsorientierten Berufswelt und kaum existenter familiärer Privatheit aufgerieben werden“, sagt Petra Kammerevert. „Dabei spiegelt ,Toni Erdmann‘ auch den Druck, dem europäische Werte wie Zusammenhalt, Freiheit und Selbstbestimmung bei der Suche nach eigener Identität und beruflichem Erfolg heutzutage ausgesetzt sind“, so Petra Kammerevert. Der Erfolg des Films sei nicht zuletzt den beiden herausragenden Schauspielern zu verdanken: Peter Simonischek als verschrobener Vater und Sandra Hüller als knallharte und doch verletzliche Tochter.

Der Preis finanziert die Untertitelung in die 24 Amtssprachen der Europäischen Union und die Überarbeitung des Films in eine Fassung für hör- und sehbehinderte Menschen.