Meldung:

  • Brüssel, 25. April 2016
Knut Fleckenstein und Petra Kammerevert

„Europa lässt sich nicht erpressen!"

SPD-Europaabgeordnete fordern klares Bekenntnis der EU-Kommission zum Musikprojekt "Aghet"

® FKP
„Europa darf sich nicht erpressen lassen! Wir fordern EU-Kommissar Tibor Navracsics dazu auf, die entfernten Informationen zum Kunstprojekt ‚Aghet‘ unverzüglich wieder online zu stellen“, kommentiert die SPD-Europaabgeordnete Petra Kammerevert.

Nach Protest der Türkei gegen das von der EU-Kommission geförderte Konzertprojekt "Aghet" der Dresdner Sinfoniker hat die Institution den Hinweis auf das Programm von ihrer Website genommen. „Aghet“ behandelt den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkriegs.

"Dass das Osmanische Reich vor einhundert Jahren einen Völkermord an den Armeniern begangen hat, kann man nur als Genozid bezeichnen“, stellt Knut Fleckenstein, Außenpolitiker und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten im Europaparlament, klar. "Dass sich die Türkei nun bemüht, auf die EU-Kommission einzuwirken, um das Konzertprojekt der Dresdner Sinfoniker zu zensieren, ist bedauerlich", so Knut Fleckenstein, "doch die Reaktion der EU-Kommission, dem Bitten der Türkei in dieser Frage teilweise nachzugeben, halte ich für absolut skandalös!"

„Es reicht! Nach den Interventionen gegen zwei deutsche Satirebeiträge, dem vorläufigen Festsetzen eines deutschen Journalisten und der jüngsten Verhaftung einer niederländischen Journalistin erleben wir hier einen weiteren Angriff auf die Kunst-, Informations- und Meinungsfreiheit. Keinen dieser Anwürfe können wir tolerieren. Wo Menschenrechte und Meinungsfreiheit auf dem Spiel stehen, darf Europa sich nicht erpressen lassen“, meint Petra Kammerevert, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Europaabgeordneten.

Gerade Kunst und Kultur müssten unbedingt die Freiheit haben, auf Dinge hinzuweisen, die andere schmerzvoll empfinden mögen. Der Wert dieser Freiheit kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, sind sich beide Europaabgeordneten einig.