Pressemitteilung:

  • 15. September 2015

Ressourcenschonende Straßenbeleuchtung für Düsseldorf: Einsparpotential steht am Straßenrand!

„Durch die Umrüstung veralteter Gaslaternen können kurz- und mittelfristig Haushaltsmittel in erheblichem Umfang eingespart werden“, erklärt der Vorsitzende des Umweltausschusses Philipp Tacer im Anschluss an eine Klausurtagung der SPD-Ratsfraktion. Ca. 5 Millionen Euro kosten Düsseldorf jährlich der Betrieb und die Wartung der Gaslaternen. Damit hat Düsseldorf laut einer Untersuchung der Gemeindeprüfanstalt Nordrhein- die höchsten Betriebskosten pro Lichtpunkt aller Kommunen in ganz NRW. Eine vernünftige Weiterentwicklung des Masterplans Energieeffiziente Straßenbeleuchtung ist deshalb wirtschaftlich geboten und klug. Die eingesparten Haushaltsmittel stünden dann z. B. für den Schulbau oder die Sanierung von öffentlichen Einrichtungen zur Verfügung. Ein weiterer positiver Effekt: der CO2-Ausstoß von LED-Laternen ist im Vergleich zu Gaslaternen um rund 90% geringer. „Ein wichtiger Schritt für unser Ziel einer klimaneutralen Landehauptstadt“, so Philipp Tacer.

„Dies ist eine pragmatische Maßnahme mit hohem Nutzen, ohne die Bürgerinnen und Bürger zu belasten“ erklärt Tacer. Denn die Beantwortung der Anfrage der SPD-Ratsfraktion zur Umrüstung von Gaslichtpunkten in der letzten Ratssitzung hat ergeben, dass im Rahmen alternativer Finanzierungsmodelle wie dem Energieeinspar-Contracting keine Anliegerbeiträge erhoben werden dürfen. Diese Möglichkeiten müssen nun auf Anregung der SPD-Ratsfraktion von der Verwaltung geprüft werden.

Je umgerüsteter Gaslaterne werden damit rund 300 Euro pro Jahr eingespart, was zu sehr kurzen Amortisationszeiten führt. Ein solches alternatives Finanzierungsmodell könnte gleichermaßen den städtischen Haushalt und die Bürgerinnen und Bürger entlasten. Bei der Umsetzung von Umrüstungsmaßnahmen durch einen privaten Partner dürfen diese nicht zur Zahlung von Anliegerbeiträgen herangezogen werden. Tacer erklärt: „Somit würden sowohl unsere Umwelt als auch das Budget der Bürgerinnen und Bürger und der Stadt von einer Umsetzung dieses Modells profitieren.“

Entgegen anders lautenden Meinungen haben die meisten Gaslaternen in Düsseldorf ein Alter erreicht, das keinen gefahrenfreien Betrieb mehr gewährleisten kann und nicht mehr den Anforderungen an die Verkehrssicherungspflicht genügt. Für viele Bauteile müssen technische Prüfungen nachgewiesen werden, die erhebliche Zusatzkosten verursachen. Diese entstehen durch die aufwendige Entsorgung der radioaktiv belasteten Glühstrümpfe, die gesondert eingelagert werden müssen. „Zudem ist die wachsende Zahl älterer Menschen darauf angewiesen, dass Straßen und Wege gut ausgeleuchtet sind. Dies reduziert die Zahl potentieller Angsträume und entspricht unseren Ansprüchen der Kriminalitätsprävention“, so Tacer weiter.

In Bezug auf die geplanten Erhaltungsgebiete erklärt Tacer: „Wir anerkennen ausdrücklich den kulturellen Wert historischer Gaslaternen. Daher streben wir in sensiblen Stadtgebieten und Straßenzügen deren Erhalt an. Damit dies gelingen kann, sind wir auf den dauerhaften Bezug von Ersatzteilen angewiesen, die nur noch schwer zu beschaffen sind, da die bisherigen Hersteller sich auf Grund einer massiv gesunkenen Nachfrage zunehmend aus diesem Markt zurückziehen. Dies können wir mit den Ersatzzeilen sicherstellen, die wir aus der Umrüstung gewinnen können.“