Pressemitteilung:

  • 28. Januar 2015
Europarat fordert Neuvergabe der Fußballweltmeisterschaft 2022

„Katar als Austragungsort der Fußball-WM inakzeptabel”


© Europäisches Parlament
Als "zutiefst illegal" und "völlig vergiftet" hat der Kulturausschuss des Europarats am Dienstag die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar beschrieben. Ein Untersuchungsbericht des mittlerweile zurückgetretenen Fifa-Chefermittlers Michael Garcia zeigte bereits vor Wochen, dass es bei der WM-Vergabe nicht mit rechten Dingen zuging. Der zuständige Ausschuss des Europarates fordert deshalb jetzt eine Neuvergabe der Fußballweltmeisterschaft 2022 von der Fifa.

"Der WM-Austragungsort 2022 muss neu vergeben werden", bekräftigt Petra KAMMEREVERT die klaren Worte des Europarats. Die Koordinatorin der Sozialdemokraten im Kulturausschuss des Europäischen Parlaments verlangt eine rasche Veröffentlichung des Garcia-Reports: "Der bislang unveröffentlichte Report des Fifa-Chefermittlers hat nach allem, was bisher bekannt ist, äußerst dubiose Praktiken offengelegt. Die Untersuchung bestätigt, dass die Fifa insgesamt dringend reformbedürftig ist."

Zudem wirft der Europarat der Fifa vor, Untersuchungen rund um den Skandal der Vergabe behindert zu haben. Petra KAMMEREVERT drängt zu Konsequenzen. Die dubiose Vergabe sei nicht der einzige Einwand gegen eine Fußballweltmeisterschaft in Katar: "Auch unter dem Gesichtspunkt der Menschenrechte ist der Austragungsort inakzeptabel. Die schon vor Monaten bekannt gewordenen menschenunwürdigen Verhältnisse auf den Baustellen der Stadien sprechen eine deutliche Sprache. So wie die Fifa derzeit arbeitet, schadet sie nicht nur sich selbst, sondern dem international organisierten Fußball als solches."