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  • Straßburg, 17. Dezember 2014

"Aufwühlende Geschichte über tiefgreifendes Unrecht"


© Europäisches Parlament
Europaparlament zeichnet dänisch-polnischen Film "Ida" mit Lux-Filmpreis aus

Das Europäische Parlament hat am Mittwoch den Film "Ida" mit dem Lux-Filmpreis ausgezeichnet. Der Preis soll die künstlerische Auseinandersetzung mit der europäischen Einigung beleben. In dem Werk begibt sich die Protagonistin auf eine Spurensuche zum tragischen Tod ihrer Familie. Der aufwühlende Film macht deutlich, wie tiefgreifend Unrecht nachwirkt und das Leben der Hinterbliebenen für immer verändert.

Petra Kammerevert, SPD-Europaabgeordnete und Mitglied im Kulturausschuss des Europäischen Parlaments, begrüßt die Entscheidung. "Ich freue mich, dass der Film "Ida" heute mit dem LUX Filmpreis 2014 ausgezeichnet wird. Nachdem das Werk schon am Wochenende in fünf Kategorien mit dem Europäischen Filmpreis in Riga geehrt wurde, erhält er heute in Strasbourg mit dem LUX-Filmpreis das I-Tüpfelchen. Der Schwarz-Weiß-Film spielt in den 1960er-Jahren in Polen. Die Klosterschülerin Anna soll vor ihrem Ordensgelübde ihre einzige Verwandte, eine Tante, besuchen. Von ihr erfährt Anna, dass sie eigentlich Ida heißt und Jüdin ist. Mit ihrer Tante begibt sie sich auf eine Spurensuche nach dem tragischen Tod ihrer Familie.

Eine aufwühlende Geschichte wird mitreißend erzählt. Der Film macht deutlich, wie tiefgreifend Unrecht nachwirkt und das Leben der Hinterbliebenen für immer verändert. Beide Frauen kämpfen mit ihren Identitäten - jede auf ihre besondere Art. Der Film ist sehr konzentriert und dennoch nicht überladen. Grandios ist dabei die Kameraarbeit. Viele Szenen wirken komponiert wie Fotografien und ergänzen das hervorragende Spiel der beiden Frauen wunderbar.

Ich freue mich über die erneut gute Wahl aller Europaabgeordneten. Herzlichen Glückwunsch an alle, die an der Entstehung dieser Hommage an das polnische Kino des Regisseurs Pawel Pawlikowski beteiligt waren!"



Hintergrund:
Der Lux-Filmpreis des Europäischen Parlaments wird 2014 zum siebten Mal verliehen, um den europäischen Film zu fördern. Die Auszeichnung geht mit der Finanzierung der Synchronisation oder Untertitelung des Films in die 24 Amtssprachen der Europäischen Union einher. Die Entscheidung über den Siegerfilm wird von allen Europaabgeordneten in geheimer Abstimmung via Internet getroffen