Pressespiegel:

  • 30. Oktober 2014

Düsseldorf hat zehn neue Bürgermeister

Düsseldorf hat zehn neue Bürgermeister
Düsseldorf. Es ist ein kleiner Absatz auf der dritten Seite des Ampel-Vertrags, den SPD, FDP und Grüne ausgearbeitet haben, hat aber Signalwirkung. Von Denisa Richters


"Die Bezirksvorsteherinnen und Bezirksvorsteher werden sich künftig als Bezirksbürgermeisterinnen und Bezirksbürgermeister bezeichnen können", heißt es dort geschlechterkorrekt formuliert. "Hierdurch soll ihre Rolle im Stadtteil stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken."

Über diesen Titel für die Bezirksvorsteher war in der Vergangenheit immer wieder diskutiert worden – bisher ohne Erfolg. Hinter vorgehaltener Hand ist zu hören, dass manche (Ober-)Bürgermeister dies verhinderten, weil sie ihre eigene Position dadurch entwertet gesehen hätten. Auf der anderen Seite gab es Bezirksvorsteher, die den Begriff eher mit einer Drüse im menschlichen Körper in Verbindung brachten und deshalb den Begriff Bezirksbürgermeister lieber gehört hätten. Die Bürger in vielen Stadtteilen setzten sich ohnehin darüber hinweg. Für sie waren es schon immer ihre Bürgermeister vor Ort.

Dazu gehört ohne Frage Rolf Tups. Der Christdemokrat ist seit 1999 Vorsteher der Bezirksvertretung 4 und somit für das Linksrheinische mit Ober- und Niederkassel, Heerdt und Lörick zuständig. Wie bereits sein Vorgänger in dieser Position, Wolfgang Kamper (CDU), ist Tups für die Einwohner im Linksrheinischen einfach der "Bürgermeister". Dass er den Titel nun offiziell tragen darf, bezeichnet Tups augenzwinkernd als Ehre und fügt gleich hinzu: "Mir ist die Bezeichnung völlig egal."



Wichtig sei am Ende, "was wir inhaltlich machen". Gleichwohl sieht er das Linksrheinische als strategischen Vorteil. Karsten Kunert (SPD) ist nach der Bezirkswahl im Mai neu an der Spitze der Bezirksvertretung 7 (Gerresheim, Grafenberg, Ludenberg, Hubbelrath, Knittkuhl). "Der Begriff Bürgermeister macht klarer, welche Funktion wir haben – nämlich Ansprechpartner vor Ort zu sein." Er sieht darin eine Aufwertung der Bezirksvertretungen. Das betont auch Jochen Wirtz, Leiter des OB-Büros, zu dem die Bezirksverwaltungsstellen gehören. "Andere Städte handhaben das so, es wird auch der Bedeutung der Stadtteile gerecht."

Auf die Aufwandsentschädigung der Vorsteher wird der neue Name keinen Effekt haben. Sie erhalten, abhängig von der Einwohnerzahl im Bezirk, etwa 400 Euro im Monat.

Quelle:
www.rp-online.de