Pressemitteilung:

  • 24. Juli 2013

Bertelsmann-Studie: SPD fordert Überarbeitung des Handlungskonzeptes Wohnen

„Die Bertelsmann-Studie zum Wohnungsangebot zeigt wie schlecht die Lage am Düsseldorfer Wohnungsmarkt gerade für Familien ist“, sagt Andreas Rimkus, wohnungspolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. „Das Angebot an familiengeeigneten Mietwohnungen beträgt nur 31 % für Familien mit mittleren Einkommen. Für sog. arme Familien sind es nur 3 %. Das ist besorgniserregend, unsozial und keineswegs so familienfreundlich, wie Düsseldorf immer sein will.“

Die Bertelsmann-Studie berücksichtigte bei ihrer Untersuchung die Unterschiede zwischen den jeweiligen Regionen und Städten im Hinblick auf das Durchschnittseinkommen pro Familie und die Miethöhe. Die relative Armutsgrenze beträgt 60 % des jeweiligen Durchschnittseinkommens. In Düsseldorf sind das 1.734 € für eine 4-köpfige Familie. Demgegenüber stehen die durchschnittlichen Mietkosten, die im unteren Preissegment in Düsseldorf 690 € betragen. Das sind rund 40 % des Einkommens.

„Das ist ein sehr hoher Wert, der Düsseldorf im Vergleich mit anderen Städten einen Platz im Spitzenfeld einbringt – leider“, sagt Rimkus. „Das sind aber nur Durchschnittswerte. Im Einzelfall liegt der Anteil der Miete am Einkommen einer Familie noch weit höher. Für viele Familien ist die Miete in Düsseldorf kaum noch zu stemmen. Wohnen macht arm.“

Rimkus sieht dringenden Handlungsbedarf: „Die Mietpreisbremse, die die SPD auf Bundesebene fordert, wäre ein wichtiges Instrument gegen die steigenden Mieten. Wir müssen aber auch in Düsseldorf endlich gegensteuern. Wir fordern eine erneute Diskussion über das gerade gegen die Stimmen der SPD verabschiedete „Handlungskonzept“ Wohnen. Dessen Zielsetzung muss stärker auf den Erhalt und den Bau preiswerter Wohnungen ausgerichtet werden. Vor allem muss die flexible Quote von 20 % geförderten Wohnraum, die ja nach den Erfahrungen mit der Schwannstraße und in Grafental anscheinend sowieso nur widerwillig von der Verwaltung umgesetzt wird, auf 30 % erhöht werden und zwar verbindlich für alle Bauprojekte. Zudem müssen wir endlich die Städtische Wohnungsgesellschaft in die Lage versetzen, selbst wieder preiswerten Wohnraum zu bauen. 1,5 Mio. Euro sind da viel zu wenig. Es ist richtig, dass wir eine beitragsfreie Kinderbetreuung anbieten, aber es ist widersinnig, wenn Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen zukünftig kaum noch in Düsseldorf wohnen können. Familienfreundlich wäre das dann also nur noch für hohe Einkommen.“