Statement:

  • Brüssel, 23. Januar 2013

„Keine Änderungen auf Kosten der Luftverkehrssicherheit“

© Ben Ullman / sxc.hu

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Zu den europaweiten Protesten der Piloten und des Bodenpersonals gegen die neuen Vorschläge der EASA (Europäische Agentur für Flugsicherheit) zu Flugdienstzeiten erklärt die SPD-Europaabgeordnete Petra KAMMEREVERT:

"Wenn es nach dem Willen der EASA geht, sollen künftig Piloten tagsüber bis zu 16 Stunden am Stück fliegen dürfen. Bei Nachtflügen soll die Arbeitszeit auf über 12 Stunden ausgeweitet werden. Es wäre pure Fahrlässigkeit, würde man die Flugdienstzeiten in Europa derartig ausweiten. In den USA wurden nach mehreren Unfällen, bei denen die Ermüdung der Besatzung eine Rolle spielte, bereits neue Flugdienstzeiten eingeführt. Seit Anfang diesen Jahres gilt dort für Nachtflüge ein Grenze von nur neun Stunden. Gutachten unabhängiger Wissenschaftler, die von der EASA in Auftrag gegeben worden sind, belegen eindeutig, dass das Unfallrisiko ab einer Dienstzeit von 12 Stunden auf ein kaum vertretbares Niveau ansteigt. Daran wird deutlich, dass der Agentur wirtschaftliche Interessen der Fluggesellschaften offenbar wichtiger sind, als die Luftverkehrssicherheit. Es ist richtig, Maßnahmen für Flugsicherheit europaweit anzugleichen. Dabei müssen aber die Arbeitsbedingungen des Flugpersonals und die Sicherheit der Passagiere im Mittelpunkt stehen. Aufgrund des Komitologie-Verfahrens, kann das Europäische Parlament keine Änderungen vornehmen. Sollte die Kommission den Vorschlägen der EASA folgen, werde ich dem Vorschlag meine Zustimmung verweigern."