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  • 12. November 2012

FH Düsseldorf: Erster Spatenstich am neuen Campus Derendorf

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW Düsseldorf (BLB NRW) hat mit den Bauarbeiten für den Neubau der Fachhochschule Düsseldorf-Derendorf begonnen. „Der Campusneubau in Derendorf bietet Studierenden, Lehrenden und Hochschulangehörigen kurze Wege. So entstehen herausragende Bedingungen für Studium und Forschung“, sagte Wissenschaftministerin Svenja Schulze beim Spatenstich.

Die Bagger der Pohl Erdarbeiten GmbH arbeiten sich bereits seit einigen Wochen durch das Erdreich, um 85.000 Kubikmeter Erde abzutragen. Entlang der Münsterstraße muss die Baugrube 9 Meter tief durch einen Verbau gesichert werden. Hochtief als Bauunternehmer für die Tiefgarage mit ca. 1000 Stellplätzen wird weitere 27.000 m³ Erde abtragen. Für die Fakultätsgebäude laufen derzeit noch die Vergabeverfahren. Hans-Gerd Böhme, Leiter des BLB NRW Düsseldorf: „Der Neubau des Campus Derendorf wird unsere Leistungsfähigkeit als einer der größten Bauherren des Landes vor neue Herausforderungen stellen. Wir freuen uns darauf.“

Für die Fachhochschule beginnt mit dem Neubau ein neues, zentrales Campusleben. Präsidentin Prof. Dr. Brigitte Grass: „Alle Fachbereiche mit einer modernen Ausstattung an einem Standort zu vereinen, bietet viele neue Möglichkeiten der interdisziplinären Forschung und Lehre.“ Hochschule ist Zukunft – nicht nur für die Studierenden und Lehrenden, auch für das Umfeld am Campus Derendorf.

Gerade für die Studierenden und Studieninteressierten wird der Neubau eine wesentliche Erleichterung der Orientierung mit sich bringen: Von der Studienberatung und Einschreibung bis hin zum International Office wird alles in einem Bereich zu finden sein. Hochschulbibliothek und Campus IT werden neue Räume in der ehemaligen Großviehhalle zuteil, die eine atmosphärische Arbeits- und Lernumgebung schaffen. Durch wenige behutsame Eingriffe behalten die Hallen ihren Großraumcharakter.Über den eigentlichen Auftrag als Stätte wissenschaftlicher Forschung und qualitativ hochwertiger Ausbildung hinaus ist die Hochschule aber auch ein sozialer Ort, an dem sich Menschen der unterschiedlichsten Interessenlagen zusammenfinden. Hier wird der Campusbereich mit seinen vielen Grünflächen als Begegnungsort einladen, der ebenfalls die interdisziplinäre Kommunikation der Beschäftigten und Studierenden anregt, mit seinen offenen Flächen und Gastronomieeinrichtungen aber zudem das gesellige Miteinander fördert, das durch die beiden Standorte derzeit noch etwas verloren geht. Mit der Wahl des Standorts Derendorf wird die Fachhochschule gleichzeitig in einen verkehrsgünstig angebundenen und lebendigen Stadtteil eingebettet sein, der gerade auch junge Menschen verstärkt anzieht. Hier will sich die Fachhochschule in der Zukunft noch stärker in das Leben der Stadt einbinden: In Ausstellungsbereichen und vielfältig nutzbaren Hörsälen sollen öffentliche Veranstaltungen durchgeführt werden, Vorträge und kulturelle Ereignisse, die die Hochschule noch mehr im Bewusstsein des Stadtteils und der Stadt verankern werden. Gleichzeitig können somit auch junge Menschen bereits frühzeitig an die differenzierten Ausbildungsmöglichkeiten der Hochschule herangeführt werden.

Das Fazit der Hochschule: Endlich – bald ist es da! Das lang ersehnte Hochschul- und Campusleben, das Studierende aller Fachbereiche und Einrichtungen miteinander verbindet – und zwar über die normalen Vorlesungszeiten hinaus!
Die historische Bedeutung des Ortes als Deportationsort für mehrere Tausend jüdische Männer, Frauen und Kinder während der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten soll durch einen Erinnerungsort dargestellt werden. Zwei Räume in der ehemaligen Schlachthofhalle werden die Ereignisse dokumentieren.

In direkter Nähe zu dem historischen Gebäude wird die Mensa zusammen mit Verwaltung und Studierendenservice-Center als eigener Baukörper entstehen.

Das Hörsaalzentrum zwischen Münsterstraße und zentralem Campusplatz verbindet die Öffentlichkeit mit der Hochschule und markiert als Eingangsgebäude die Adresse „Fachhochschule“. Der Fachbereich Medien ist ebenfalls hier angesiedelt.

Ein Baukörper westlich des Hörsaalzentrums nimmt die Fachbereiche Elektrotechnik und Maschinenbau auf. Die zugehörigen Werkstätten und Maschinenhallen können separat angeliefert werden.

Sozial- und Kulturwissenschaften und Wirtschaft bilden den südöstlichen Abschluss und markieren den Eckpunkt Münsterstraße/und der geplanten nördlichen Fortführung der Toulouser Allee.

Zentrum des neuen Quartiers wird der öffentliche Grünzug als Teil des Grünen Rings der Stadt Düsseldorf. Treppenanlagen, die zum Sitzen einladen, Mensa mit Außensitzbereich und Asta-Café bieten Raum für Austausch und Diskussion.

Eine Bandfassade mit großformatigen Verglasungen und Sonnenschutz aus Metall wird ein einheitliches Gesamtbild erzeugen. Die Farbgebung ist grundsätzlich zurückhaltend. In den Flurbereichen setzen Loggien und Wartezonen farbige Akzente. Jedem Gebäude ist eine intensive Leitfarbe mit passenden, gedeckten Farbtönen zugeordnet.

Eine hohe Energieeffizienz bei adäquaten Betriebs- und Investitionskosten sind die Vorgaben für das Beleuchtungskonzept.

Die Generalplanung hat Nickl & Partner Architekten zusammen mit Ebert-Ingenieuren und Pfefferkorn-Ingenieuren übernommen, die dafür die ARGE CAMPUS DERENDORF gebildet haben. Die Projektsteuerung erbringt das Düsseldorfer Büro Drees & Sommer.

Projektvolumen: 224 Millionen Euro
Bruttogeschossfläche: 108.600 qm
Grundstücksgröße: 47.700 qm
Wettbewerbsentscheidung: Mai 2009
Fertigstellung: 2015