Pressemitteilung:

  • 27. August 2012

Straßenbahnlärm in Benrath: Keine konstruktiven Lösungsvorschläge

„Düsseldorf ist vieles, nur nicht leise! Diese Tatsache trifft auf weite Teile der Stadt zu. In vielen Stadtteilen klagen Anwohner_innen über zunehmende Lärmbelästigung u.a. durch Straßenbahnen – auch an der Benrather Schlossallee. Diese Klagen muss man ernst nehmen“, sagt Ursula Holtmann-Schnieder, Mitglied im Ausschuss für Umweltschutz. „Deshalb finde ich es nicht akzeptabel, wenn sich ein CDU-Ratsherr und „Verkehrsexperte“ gegen einen einstimmig gefassten Beschluss in der Bezirksvertretung 9 stellt, der sogar von seiner eigenen Fraktion eingebracht wurde. Einziges Ziel dieses Beschlusses ist es, die ungestörte Nachtruhe für die Anwohner_innen an der Benrather Schlossallee zu erreichen.“

Seit der Einführung neuer Straßenbahnfahrzeuge und der Neuverlegung der Gleise in der Benrather Schlossallee nehmen die Anwohner_innen den von den Straßenbahnen erzeugten Lärm als besonders störend wahr, vor allem in den Abend- und Nachtstunden. Durch den Lärm der vorbeifahrenden Straßenbahnen werden die Anwohner_innen immer wieder aus dem Schlaf gerissen. Eltern berichten, dass auch für Kinder eine ungestörte Nachtruhe nicht mehr möglich ist. Es ist wissenschaftlich vielfach nachgewiesen, dass eine solche Lärmbelastung auf Dauer krank machen kann.

Der Beschluss der Bezirksvertretung sollte relativ kurzfristig eine deutlich wahrnehmbare Entlastung für die Anwohner_innen bringen. Er schlägt eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Stundenkilometer auf der Benrather Schlossallee in der Zeit von 22.00 bis 6.00 Uhr vor. Die dadurch entstehenden Fahrzeitverluste von 31 Sekunden könnten durch konsequente Ampelvorrangschaltung für Busse und Straßenbahnen auf diesem Streckenabschnitt bis zum Straßenbahndepot Benrath ausgeglichen werden. Dieser Vorschlag wurde von der Verwaltung und dem CDU-Ratsherren Hartnigk abgelehnt. Alternativvorschläge wurden aber nicht gemacht.

„Wir hören immer nur, was nicht geht. Hilfreicher wäre es die Lärmbelastung der Anwohner_innen nicht zu verharmlosen, sondern ernst zu nehmen. Der Vorschlag der Bezirksvertretung wäre eine vorübergehende Lösung. Wir wissen, dass die Rheinbahn zur Zeit intensiv versucht, die Lärm verursachenden Mängel an den neuen Straßenbahnfahrzeugen zu beheben und mögliche Alternativen zum bisherigen Gleisbau prüft“, sagt Holtmann-Schnieder. „Wenn man die einfache Zwischenlösung der Bezirksvertretung nicht umsetzen will, erwarte ich aber von den Neinsagern konkrete Alternativvorschläge, wie man den Menschen auf andere Weise helfen kann.“