Pressemitteilung:

  • 15. August 2012

Rückgang bei Neubauten: Lage am Wohnungsmarkt verschärft sich weiter

„Der Rückgang der Bautätigkeit in Düsseldorf ist ein weiterer Beleg für die falsche Wohnungspolitik von CDU und FDP“, sagt Andreas Rimkus, wohnungspolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. „Seit Jahren weisen Experten darauf hin, dass Düsseldorf wächst und der Bedarf nach Wohnungen gerade in den mittleren und niedrigen Preisklassen ansteigt. Trotzdem nimmt die Anzahl der jährlichen Baugenehmigungen und Baufertigstellungen um 70% ab.“

Die INWIS Studie, die für 2014 den Anstieg der Düsseldorfer Bevölkerung auf 600.000 Einwohnerinnen und Einwohner prognostiziert hatte, empfahl die Schaffung von rund 2000 Wohnungen jährlich, um den steigenden Bedarf zu decken. Die tatsächlichen Baufertigstellungen bleiben seither aber hinter diesen Zahlen zurück. So wurden auch im ersten Halbjahr 2012 insgesamt nur 46 neue Wohngebäude errichtet. Zum Vergleich: im ersten Halbjahr 2011 waren es 156 Neubauten. Das bedeutet einen Rückgang um 70%. Grund dafür sind unter anderem überteuerte Bauflächen und Bodenpreise. Diese schrecken Investoren immer häufiger ab, Wohnungen in Düsseldorf zu schaffen. Fraglich ist auch, in wie weit Stellenvakanzen in den Bauämtern der Stadt Baugenehmigungen verzögern.

„Das Wohnen in Düsseldorf wird immer teurer! Eine der Folgen ist die Verdrängung von Bürgerinnen und Bürgern aus der Stadt, da sie sich ihre Wohnungen nicht mehr leisten können und ein großer Andrang auf den ohnehin geringen Wohnungsbestand ihre Suche erschwert. Es geht hier mittlerweile um die Verdrängung von Bürgerinnen und Bürgern nicht nur mit geringem Einkommen, sondern auch um junge Menschen, Familien, Berufseinsteigerinnen und -einsteiger, Seniorinnen und Senioren und Berufstätige aus allen Bereichen. Ein Umdenken ist notwendig. So stellt sich beispielsweise die Frage, ob es klug ist, Stellplätze für Studierendenwohnheime und Wohnmöglichkeiten für Seniorinnen und Senioren festzulegen, wenn diese Bevölkerungsgruppen über gar kein eigenes Fahrzeug verfügen. Mit der Reduzierung des Stellplatzschlüssels kann man die Baukosten von Wohnungen um 20.000 bis 30.000 Euro verringern. Die Stadt muss endlich die Zeichen der Zeit erkennen, aktiv eingreifen und sich nicht weiter hinter ihrer Floskel verstecken, dass dies der Markt von allein regeln würde“, sagt Rimkus abschließend.