Pressemitteilung:

  • 27. Oktober 2011

SPD fordert weiterhin Rehabilitierung der sogenannten Gerresheimer Hexen

„Natürlich kann der Rat ein Zeichen setzen und die zwei sog. Gerresheimer Hexen im moralischen Sinne rehabilitieren. Damit ist das Urteil zwar nicht aufgehoben, aber wir würden im Sinne der Menschlichkeit entscheiden“, sagt Ursula Holtmann-Schnieder, gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion. „Die rein juristische Bewertung des Kulturdezernenten ist nachvollziehbar, sofern man sich auf den juristischen Aspekt beschränkt. Sie lässt aber die moralisch-ethische Frage völlig außer Acht und ist deshalb nicht akzeptabel“.

Damit widerspricht Holtmann-Schnieder der Einschätzung des Kulturdezernenten Lohe, der eine Befassung des Rates und seiner Ausschüsse mit dieser Frage aus juristischen Gründen ablehnt. Damit wäre eine Rehabilitierung der beiden angeblichen Hexen im Sinne des Bürgerantrages nicht möglich.

Empört ist Holtmann-Schnieder auch über die Haltung der CDU-Fraktion, die sich auf die Aussagen eines Theologen beruft. Dieser spricht von abergläubischen Praktiken der beiden Gerresheimer Frauen, die eine Rechtfertigung für die Urteilsfindung gewesen seien.

„Wir alle wissen, unter welchen Umständen solche „Geständnisse“ und „Urteile“ damals zustande kamen. Das hatte nichts mit den rechtsstaatlichen Prozessen, wie wir sie heute kennen zu tun“, sagt Holtmann-Schieder. „Insofern finde ich es schon sehr fragwürdig, diese Urteile zu akzeptieren und damit die Schuld der beiden Frauen zu bestätigen. Die CDU sollte ihre Haltung dringend überprüfen und heutige Maßstäbe zugrunde legen. Das gilt auch für die Verwaltung. Es geht hier nicht um ein juristisches Fachseminar, sondern auch um Moral und Anstand. Wie andere Städte in solchen Fällen, sollte auch Düsseldorf mit der Rehabilitation der beiden Frauen ein klares Bekenntnis gegen jede Form von Gewalt und Ungerechtigkeit ablegen, auch wenn diese bereits über 200 Jahre zurückliegt.“