Pressemitteilung:

  • Düsseldorf, 09. September 2011

Rote Laterne für Düsseldorf beim Feinstaub: Gutachter bestätigen falsche Prioritäten in der Umweltpolitik

Im Rahmen einer gemeinsamen Aktion „Rußfrei fürs Klima“ wurde seit Inkrafttreten der Feinstaubgrenzwerte (PM10) im Jahre 2005 von verschiedenen Umweltorganisationen ermittelt, wie groß die Entlastungspotentiale in deutschen und europäischen Großstädten sind.

„Das Ergebnis für Düsseldorf ist niederschmetternd. Wir teilen uns unter anderem mit Stuttgart die rote Laterne der Städte mit den höchsten Feinstaubbelastungen in Deutschland. Das kommt für uns nicht überraschend“, sagt Günter Wurm, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. „Es reicht eben nicht, lediglich im Sommer die Corneliusstraße mit Wasser zu nässen.“

Die SPD-Ratsfraktion hat zum Thema Feinstaub bereits unterschiedliche Initiativen in den Rat eingebracht. „Zur Verringerung der Emissionen bei der Verfeuerung von Brennstoffen in Privathaushalten haben wir zum Beispiel eine Fernwärmesatzung beantragt. Und zur Verringerung der Feinstaubbelastung durch die häufig über Wochen am Rheinufer festgemachten Hotelgastschiffe mit Dieselaggregaten haben wir den Aufbau einer Landstromversorgung gefordert. Unsere Initiativen wurden jedoch stets von der Ratsmehrheit abgelehnt. Zusammen mit einer falschen Prioritätensetzung im Verkehrsbereich führt dies zu einer ungenügenden Bewertung bei der Feinstaubbelastung in unserer Stadt“, so Günter Wurm.

Dass es auch anders geht zeigt sich am Beispiel der Millionenmetropole Berlin. Dort sank in den letzten zehn Jahren der Anteil des motorisierten Individualverkehrs insgesamt um sechs Prozent. Zudem wurden in Berlin große Anstrengungen im Bereich des Radverkehrs unternommen, was zu einer Verdoppelung des Radverkehrsanteils am gesamten Verkehrsaufkommen auf heute 13 Prozent führte. Gleichzeitig nutzen immer mehr Menschen in Berlin die Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs.

„Diese Auflistung zeigt uns in Düsseldorf, wo wir nachbessern müssen, um ähnliche Erfolge wie in Berlin mit einer fünfzig prozentigen Feinstaubreduzierung zu erreichen. Solange wir aber nur in Prestigeprojekte mit großen Straßentunneln investieren, sehe ich da eher ruß-schwarz“, so Günter Wurm abschließend.